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Got you by the balls – Red Sox in Boston

Hallo alle zusammen,

vor einiger Zeit waren wir mal wieder in Boston. Diesmal aus einem einzigen Grund :

BOSTON RED SOX vs. NEW YORK YANKEES im Fenway Park, quasi dem Mekka aller Baseball Fans und Ort der Andacht und Besinnung. Oder so….

Erschwerend kommt hinzu, dass die Rivalitaet der Red Sox und der Yankees im Baseball schier unerreicht ist. Beide spielen in der selben Division (Eastern Divison der American Leaque), beide sind Gruendungsmitglieder dieser Division und 1919 wurde der damals fuer Boston spielende Hall of Famer Babe Ruth an die Yankees verkauft. Dieser Verkauf war a) einer der duemmsten Schachzuege den die Red Sox jemals taetigten und b) der Grundstein dieser Rivalitaet.

Fenway Park wiederum ist der aelteste noch existierende MLB Ball Park in den USA. In 1912 eroeffnet und mit einem Fassungsvermoegen von aktuell 37.491 (Nachts) und 37.063 (Tagsueber) (+ jeweils 2 enthusiastische deutsche Fans aus Montreal) ist er die bekannteste Sportstaette weltweit. Seit dem 15ten Mai 2003 ist JEDES Spiel der Red Sox im Fenway Park ausverkauft gewesen. Dies stellt einen einsamen Rekord in der Major League Baseball dar. Trotz der Preise fuer die man sich im eigenen Garten einen Ballpark bauen lassen koennte… jedenfalls fast.

Um zum Fenway Park zu kommen, nimmt man am besten die T, also die lokale Variante der U-bahn. Die green line bringt einen zuverlaessig, aber leicht durchgeschwitzt und mit einem Gefuehl das Sardinen haben muessen, kurz nachdem sie verpackt wurden zur gewuenschten Haltestelle… in unserem Fall aber nicht Fenway sondern Kenmore Station. Die Stationen unterscheiden sich durch die verschiedenen Eingaenge in den Ball Park. Wir hatten Sitze in Sektion B, somit Kenmore.

Grafitti in Fenway Park

Kaum hatten wir den Untergrund verlassen, sahen wir auch schon den heiligen Grund und die Pilgerschaft um ihn herum. Darf ich mich jetzt eigentlich Red Sox Hadschi Erik nennen?

Strasse um Fenway herum

Strasse um Fenway herum

Kurz noch eine Staerkung im heimischen Irish Pub (ja, und wir haben auch was gegessen) und dann nichts wie hinein in den Ort der Begierde.

Eingang Gate B

Mit der Verantwortlichen fuer dieses Abenteuer an meiner Seite, unserem Maskottchen im Arm und einem Puls, der meinen Kardiologen wahrscheinlich an den Rand der Verzweifelung gebracht haette, machte ich den entscheidenden Schritt. Es war nur ein kleiner Schritt fuer mich, aber ein etwas groesserer fuer Antje (Sie ist ein paar Zentimeter kleiner als ich).

Einmal drin, wurden wir auch sofort von der ueberall in den Staaten perfektionierten Konsummaschinerie empfangen… in diesem Fall : FOOOOD!

FOOD

Es gab alles was das Herz begehrte… Burger und Hot Dogs, Popcorn, natuerlich Bier und Softdrinks, aber auch Kaffee und heisse Schokolade.

Nun nur noch die Wendeltreppe erklimmen und schon waren wir an unserem Platz.

Stairway to heaven

Und dann sahen wir es, in voller Groesse und Schoenheit. Das Spielfeld… gross, gruen, majestaetisch und … frisch gemaeht.

Der Traum eines britischen Gaertners

Mit ausreichend traditioneller Verpflegung bestueckt (2 pints Bier) warteten wir also auf den Einmarsch der Todgeweihten. Denn was wir zu diesem Zeitpunkt noch nicht wussten… Boston wuerde dieses Spiel verlieren.

Die Spielanzeige rechts von uns zeigte uns die erste Spielerkombination an, Clay Buchholz (Werfer Boston) gegen Brett Gardner (Schlaeger Yankees). Das Buchholz der Werfer in diesem Spiel sein wuerde, war fuer mich quasi das Sahnehaeubchen, denn als Antje und ich 2008 das erste Mal in Boston waren, habe ich mein erstes Red Sox Spiel live im US Fernsehn gesehen. Und der Werfer fuer Boston war … Clay Buchholz. Damals in seiner ersten Saison. Ich hab mich gefreut wie ein kleines Kind!

Clay Buchholz pitched

Das Spiel war schlicht toll. Ja, es waere vielleicht noch besser gewesen, wenn die Red Sox gewonnen haetten, aber auch so war eine Menge los auf dem Rasen.

Action auf dem Rasen

Eine Besonderheit moechte ich nicht unerwaehnt lassen. In einem Land wie den USA, die dazu neigen also zu modernisieren, elektrifizieren, computerisieren und sonstwie automatisieren wird die Anzeigetafel im Fenway Park VON HAND BETRIEBEN!

Anzeigetafel am Green Monster

Nichts zeigt den Charme dieses Ball Parks deutlicher, als wenn in der ‘Green Monster’ genannten Wand eine kleine Tuer aufgeht, ein Maennchen mit Klappleiter rausgelaufen kommt und mit grossen Karten den aktuellen Spielstand einstellt, danach dann noch schnell die Spielstaende der anderen Spiele aktualisiert und dann mit der Leiter in der Hand zurueck zum Tuerchen hechelt und in der Wand verschwindet.

Und weg ist er wieeder

1999 gab es Ueberlegungen des Managements, den Park abzureissen und einen neuen zu bauen. Ihr koennt euch vorstellen was da los war…

Es war mit eins der tollsten Sportereignisse die ich bisher live erleben durfte.

Ein Glueck, dass Boston nicht direkt um die Ecke ist… das waere sonst sehr teuer fuer mich geworden.

:) Erik

Kategorien:Boston
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