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Shaking the tree – Apfelpflücken in Saint-Joseph-du-Lac

Hallo liebe Leserinnen und Leser,

letztens waren wir einer guten alten Tradition folgend, zumindest für Montréaler, in Saint-Joseph-du-Lac um Äpfel einmal nicht im Supermarkt, sondern in Ihrem natürlichen Habitat, der Apfelbaumplantage, zu fangen und zu erlegen.

Saint-Jospeh-du-Lac ist ein kleines, etwas verschlafenes Nest ca. 50 km westlich von Montréal, das aus nichts weiter als Apfelbäumen zu bestehen scheint. Und das scheinen alle, aber auch wirklich alle Anwohner im Umkreis von 100 km zu wissen, da an den beiden Tagen, an denen wir “apple picken” waren, sich die Bevölkerungsdichte dieses Dorfes mal schlapp verzehnfacht hat… mindestens.

Wenn man in einer dieser Plantagen ankommt ist das Prinzip immer das selbe. Man kauft einen leeren Sack, es gibt unterschiedliche Größen, geht in die Plantage, sucht sich die Apfelsorten die man pflücken will und pflückt bis der Sack voll ist. Freundlicherweise muß mein kein Apfelexperte sein und die Sorten optisch oder geschmacklich erkennen. Die Plantagen sind in Parcellen aufgeteilt und jede hat Ihre eigenen Sorte, die auf einen Schild auch angeschrieben steht. Alternativ sind die Bäume mit einem Buchstabecode versehen, der Ihnen mit Sprühfarbe aufgemalt wurde. Jeder Grafitti-Sprüher hätte seine helle Freude gehabt.

Oh, und wer zu faul ist, oder zu alt oder zu gehbehindert oder zu was auch immer, kann sich auch mit einem Traktor auf einem Anhänger in die Parzellen chauffieren lassen. Als ich das zum ersten Mal gesehen habe dachte ich erst, man würde dann auch die Äpfel vom Wagen aus pflücken, aber ich vergaß, dass wir nicht in den USA sind. Dies ist kein “Applepick-drive-through”.

Apple-picking drive trough

Am Wunschbaum angekommen, in früheren Zeiten halfen einem ja noch Schlangen beim pflücken, ging es dann darum, die schönsten, rotesten, größten, süßesten oder mit welchen Adjektiven auch immer belegten Früchte in den eigenen Sack zu kriegen. Da bekanntermaßen die …(siehe oben) immer ganz oben im Baum wachsen (wahlweise auch beim Nachbarn, aber das ist hier keine Option) standen cleverer Weise Leitern zur Verfügung.

Pflücken mit Leiter

Die Sicht von einer Leiter ist übrigens weniger spektakulär als vermutet. Von oben gesehen sind es auch nur Apfelbäume :)

Apfelbaum von oben

Nach erfolgreicher Apfeljagd schleppt man dann mit stolz geschwellter Brust den zentnerschweren Sack Richtung Ausgang, nur um hier durch den Dovotionalienladen des Apfelbauern geschleust zu werden.

Hier kann man alles Kaufen, was das Herz eines Apfelfetischisten höher schlagen läßt. Apfelsaft, Apfelcider, Apfelkuchen in diversen Varianten… oh ja, und natürlich Äpfel. Für diejenigen unter uns, die das Prinzip nur teilweise verstanden haben.

Sollte es den Kindern zu langweilig werden, so gibt es diverse Unterhaltungsmöglichkeiten.

Die meisten haben mit Pferden zu tun. Oder zumindest mit Tieren. Und Kinder denken ja beim Anblick einer Ziege meist noch “Oh… süüüß” und nicht “Oh…. lecker”.

Ponyreiten für die Kleinen

Und was haben wir mit den Äpfeln gemacht? Gegessen… und Apfelkuchen.

Apfelpflücken macht mächtig Laune, vor allem wenn man danach auf dem Balkon bei schönstem Wetter den mitgebrachten Cider testen kann.

Belohnung nach der harten Arbeit

Nächstes Jahr dann wieder. :D

Salut,

Erik

Kategorien:Uncategorized
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